Flo im SD von La Coca Nostra

Vorbereitung auf die Boulder Weltcup Saison

Vorbereitung auf die Boulder Welt Cup Saison

 

Dieses Jahr schlagen sich wieder die fitesten Damen und Herren des Boulderzirkus im Welt Cup. Fit heißt in diesem Fall vorne mit zu klettern und am Ende der Saison den Gesamt Welt Cup Sieg davon zu tragen. Zeit für mich zu trainieren. Meine Base ist Innsbruck, in meinem Gepäck sind Bouldermatten, Schuhe, Chalk, ein paar e9 Sachen und ein IFSC Zettel wo ich zwei Stempel für je ein Praktikum bei einem Boulder Word Cup brauche um internationaler Routensetzer zu werden. Den Kurs zum IFSC Routesetter habe ich letzten Dezember in Fontainebleau besucht.

Am Trainingsplan steht nach dem Aufbau das Max-Training. Die Powder-Latten werden in die Ecke gestellt und das Campus Board wird Leiste für Leiste durchgebürstet. Der Schnee ist sowieso schon am verschwinden und die Optionen Öztal bzw. Zillertal liegen knapp eine Stunde mit dem Auto entfernt. Im Bouldergebiet Tumpen, im Öztal, schleift mich ein Freund von einem schweren Gerät zum nächsten. Ich kann mich wage daran erinnern, dass ich vor Jahren schon hier war und das eine oder andere Teil sogar geklettert bin. Eine neue Linie fällt uns ins Auge, frisch erstbegangen, eine logische Combi aus zwei Boulder. Rechts unten SItzstart, links oben Top, insgesamt 17 Züge, davon die Hälfte zwischen schwer und so wackelig, dass es mich bei jedem Zug in eine andere Ecke schleudern kann.

Der linke Boulder wird geflasht, der rechte Sitzstart gerade hoch heißt Crocodile 8A und läßt sich auch noch abknipsen. Die Combi heißt La Coka Nostra und kann ohne den Sitzstart an einem weiteren Tag geklettert werden. Der Sitzstart mach es mir nicht leicht. Die scharfen Leisten fressen Haut ohne Ende, die Muskelansätze brennen und brauchen eine extra Portion Pause.

Planwechsel ins Zillertal. Sundance Sit 8A+ kurzerhand abgezockt. Ganz alleine drei Matten hingeschleppt und ohne Spotter auf drei Meter höhe den Knieklemmer fixiert. Pressen, Leiste, Kante, Top und dabei nicht nach unten sehen! Kurzerhand werden aus lauter Motivation ein paar schwere Klassiker im Zillertal probiert und es werden wenige, dafür schwere Züge relativ oft gemacht. Maximalkraft Training eben, eher unfreiwillig.

Der Boulder Weltcup Wien ist die nächste Station. Vier Tage lang Boulder in die Wand knallen, probieren, usbessern, wieder probieren und hoffen das am großen Tag alles passt. 85 Stunden Arbeit, jeden Tag von 9 Uhr bis spät in die Nacht mit dem Resultat, dass 2 Tage Pause nach dem WC nicht genügend Haut und Substanz für die Projects im Zillertal zurück bringen. Aber nach drei Tagen!

Am Speiseplan steht El Gauhara 8A oder 8A+, wer weiß das schon. Eine gute Line gemixt mit Angriffstemperatur und genügend Haut ergibt den Durchstieg. Voller Motivation gehts am nächsten Tag zurück ins Öztal und ganz unerwartet geht mir das La Coka Nostra 8A+ auf.

Letzter Tag am Fels bevor die Plastik Orgie mit Bundesjunior Cup und Weltcup in Innsbruck wieder für gute zwei Wochen seinen Lauf einnimmt. Ganz spontan gehts wieder ins Zillertal. Die Finger und die Ansätze schmerzen aber die Haut ist noch gut. Incubator geht trotzdem nicht, dafür aber der links davon liegende Faginator 8A.

Ein Tag Schlaf und die schöne Zeit am Fels und jede Menge Leisten-Power müssen jetzt reichen um fit für den nächsten Weltcup zu sein, eben auf eine andere Art und Weise als die Athleten es sein sollen.