Markus Bendler

Erläuterung der Schwierigkeitsgrade beim Eisklettern

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Tipps, Tricks & KnowHow

Die folgenden Tabellen beziehen sich auf die Kandische Skala, welche eine allgemeine (römische Ziffern) und eine technische (arabische Ziffern) Bewertung miteinbezieht.

Bei Kletterrouten, die ausschließlich Eisabschnitte beinhalten wird der Buchstabe W vor die Bewertung gesetzt. Für Mixed-Routen, welche auch Felsabschnitte beinhalten, wird vor die Bewertung der Schwierigkeit der Buchstabe M gesetzt. In diesem Fall wird der Bereich im Fels genauso mit den Eisgeräten und den Steigeisen überwunden.

Ein nachgestelltes X hingegen zeigt die Möglichkeit eines Einsturzes des Eisfalles an (z.B.: freistehende Eiszapfen, Röhreneis, usw.). Hier ist besondere Vorsicht geboten und auf jeden Fall zuvor eine eigene Bewertung des Eises zu machen.

Beispiel einer Routenbeschreibung: Länge: 3 SL
Schwierigkeit: M III3+

Diese Route ist in 3 Seillängen à 50 m zu klettern.
Die Route enthält Felsabschnitte, die allgemeine Schwierigkeitsstufe ist III und die technische Schwierigkeitsstufe ist 3+.

Allgemeine Schwierigkeitsgrade

Grad I
Kurze Route in der Nähe einer Straße mit bereits eingerichteten Standplätzen für Sicherungen und einem einfachen Abstieg. Keine besonderen Vorbereitungen notwendig.
Grad II
Eine oder zwei Seillängen von einer Strasse entfernt mit mittelschwierigen Kletterhindernissen. Der Abstieg erfolgt über Abseilen oder einfache Kletterei.
Grad III
Relativ langer Anstieg zu Fuß oder mit Skiern. Es wird eine relativ gute Kenntnis der winterlichen Umgebung vorausgesetzt. Der Abstieg erfolgt meist über Abseilen.
Grad IV
Langer Anstieg bis zum Eisfall mit guten Kenntnissen der winterlichen Umgebung. Die Route selbst kann einige Gefahrenstellen aufweisen. Der Absteig erfolgt durch nicht allzu leichtes Abseilen.
Grad V
Langer Ansteig im Hochgebirge. Es wird eine hohe Erfahrung in winterlicher Umgebung vorausgesetzt. Die Route kann Lawinen und anderen Gefahren ausgesetzt sein. Schwieriger Abstieg durch Abseilen.
Grad VI
Sehr langer Zustieg im Hochgebirge, schwierig im selben Tag zu wiederholen. Die Länge, die Gefahren in der Route (Lawinen, Steinschlag), die hohe Meereshöhe und die Abgeschiedenheit kann zu logistischen Problemen führen.
Grad VII
Hier finden Sie die selben Eigenschaften vor wie beim VI. Grad, jedoch mit einer entsprechend höheren Schwierigkeit und Ausdauer, um die Schwierigkeit der Route um einen Grad zu erhöhen.

Technische Schwierigkeitsgrade

Grad 1
Wanderung auf Eis mit Steigeisen und ein bisschen Erfahrung im Umgang von Eisgeräten.
Grad 2
Eine Seillänge mit einer Steilheit von 60 bis 70 Grad auf gutem Eis. Rastpunkte und Sicherungsmöglichkeiten sind vorhanden.
Grad 3
Mehrere Seillängen mit einer Steilheit von 70 bis 80 Grad. Kurze steile Eisstufen wechseln sich mit Rastpunkten ab. Gute Rastpunkte und Sicherungsmöglichkeiten.
Grad 4
Mehrere Seillängen, fast senkrecht oder ein senkrechter Eisabschnitt. Das Eis ist meist gut und die Sicherungsmöglichkeiten ausreichend.
Grad 5
Die Route weist entweder eine halbe senkrechte Seillänge in befriedigendem Eis oder eine Kerze in schlechtem Eis auf. Die Sicherungsmöglichkeiten sind dürftig.
Grad 6
Die Route ist durchgehend senkrecht und bietet wenig Rastplätze. Sehr schwierig zu kletterndes Eis mit Abschnitten von unhomogenem Eis, die ein hohes technisches Klettervermögen verlangen. Es ist sehr schwierig, Sicherungen zu setzen und diese halten nicht hundertprozentign.
Grad 7
Die gesamte Route ist senkrecht und weist sehr schlechtes Eis auf. Das Setzten von Sicherungen ist fast unmöglich und unnütz. Die Route verlangt eine optimale psycho-physische Kondition.

-flo


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